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"Kerstin Ergenzingers artwork envisions a conceptual and material framework for the technologies of inspection, visual transfer, and architecture. Her installation work raises questions of exactly what is lived space, what is our body, and by what measures do we judge it? In Kerstins work, futuristic landscapes pulse with viewers, machines, sound, and architecture built space interconnected to existing space by illumination and speed. By surveilling moving information at mixed velocities, viewers can question just what is being measured, and who is in control." (Julia Scher)
warum
Ich befinde mich auf einer anhaltenden Suche nach dem sinnlichen Verhältnis von Mensch und Ort, der Beziehung von Funktionszusammenhängen und ästhetischen Dimensionen städtischer und ländlicher Räume.
Techniken und Strategien, die wir zur Orientierung und Verortung erlernen und verwenden, prägen diese Beziehung, unser Denken und Handeln, ebenso wie "reine", eher ungefilterte, Eindrücke. Besonders interessieren mich Rückkopplungen im Wahrnehmungsvorgang und was sich an scheinbaren Peripherien unseres Auffassungs- und Interpretationsvermögens abspielt. Ähnlich einem Rauschen, Atmen oder der Zirkulation von Blut sind für mich Amorphes und Zeitlichkeit Grundlagen von Erfahrung.
Was erkennen wir als diffuse Bedingungen und wie gehen wir mit ihnen um, mit dieser Grenze von Zuordenbarem und Unbestimmbarem?
Mulitmedial zeichnend erkunde ich meine Wege und Aufenthaltsorte, versuche assoziativ, unterschwellig existierende Einschreibungen aufzuspüren. Zeichnen ist wichtig in meiner Auseinandersetzung mit Projektionen und Denkmustern, sowie für ein Herauslösen und Verschieben von Zeichen und Orientierungsstrategien. Meine Installationen (Architekturen, Skulpturen, Apparaturen oder Maschinen) suchen Raum auf Basis dieser Ergebnisse zu rekonstruieren. Letztlich wechsle ich Medien und Materialitäten und arbeite an einer Sprache, die sich der Elemente des kombinatorischen Vorgehens mit den jeweiligen Medien bedient und als strukturell und ästhetisch wesentlich transparent hält
zeich[n]en
Vor Ort zeichnen ist Sehen und Selektieren zeitgleich. Das Papier, das ich verwende, bedeutet für diesen Moment die Welt. Mit seiner Größe und Verhältnismäßigkeit gibt es die Grenzen und Parameter vor, innerhalb derer ich den Augenblick kartographiere. Alles schwankt zwischen sich überlagernden, unstrukturierten Sinneseindrücken und der zwei-dimensionalen Welt linearer Repräsentationen. Ich suche nach Übersetzungen.
Wichtig sind die Bewegungen und Perspektiven des Betrachtens. Diesen Zusammenhängen mit dem Stift nachzugehen und auf der Fläche zu verfolgen, ist ein Ziel. Ich notiere Such- und Abtastbewegungen der Augen beim Wahrnehmen und verfolge Oberflächen, Gegenstände und Raumstrukturen durch ihre verschiedenen Ebenen und Schnittmengen. So suche ich, Diffuses bildnerisch zu filtern und zu organisieren.
Linien umschreiben oder teilen auf, sie markieren einen Übergang, ziehen eine Grenze, die sie öffnen oder schließen. Es gibt Bereiche, wo Dinge und Verhältnisse nicht so sind, wie man sie denkt, andere, in denen Grenzen und Eigenschaften verschwimmen. Distanzen und Zwischenräume oszillieren im Licht, folgen dem Wetter oder verschieben sich in Bewegung und wechseln Bedeutung. Vieles entzieht sich. Das Beobachtete, später ein zweites Mal zu verfolgen, erzählt manchmal davon. Zeichnen organisiert Zeit und Raum. Zeichnen, Zeichen machen, heißt Gleise legen und Wege für das betrachtende Auge bahnen.
why
With my work I focus on the conditions for perception and explore how we sense space through a continous practice centered on the feedback between perceiving, feeling and acting. Technics and strategies used for orientation are shaping our thinking and acting as much as "pure", rather unfiltered, sensual impressions.
I think of the sensory and mental relationship of men and place as a timebased relationship with changing dimensions. I mostly concentrate my attention on peripheral occurrences. Within this kind of exploration I´m especially interested in recognizing and handling diffuse conditions, the border of assignable and indeterminable conditions.
I use a structural, aesthetic and multimedia-based analysis (such as drawings, slide-series, videodrawings, cut-outs, exemplary realised and translated into installations) to associatively detect subliminal ideological patterns, philosphic, political or emotional. I switch and cross media and materiality and work on developing a language that uses the elements of this combinatorial approach keeping them structurally and aesthetically transparent
mark making
To draw on site is to see and select simultaneously. Momentarily, the paper that I use represents the world. Its size and proportions dictate the boundaries and parameters in which I map that moment. Everything fluctuates between overlapping, unstructured sensations and the two-dimensional world of linear representation. I search for translations..
The movement and perspectives of the gaze are important. My aim is to follow the relationship of the two with my pen and map them on the plane. I record the scanning, exploratory movements of the eye at the moment of perception, tracing the different layers and intersecting points of surfaces, objects and spatial structures. In this way, I attempt to artistically filter and order what appears ambiguous and diffuse.
Lines circumscribe or divide; they define intersections and mark boundaries, which they also open or close. There are areas where things and relationships are not as they appear, and others in which boundaries and characteristics become blurred. Distance and space oscillate in the light, change according to the weather or shift through movement and change meaning. Many things are elusive. An object being traced a second time sometimes speaks of this. Drawing defines time and space. Drawing, mark making is a means to laying tracks and paving the way for the observing eye.
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